Eigenschaften

Je nach mineralischer und organischer Zusammensetzung wird zwischen Sandwatt, Mischwatt und Schlickwatt als Wattsubstrat unterschieden. Schlickwatten sind schluffig-tonig, glimmer- und illitreich. Sie besitzen hohe Gehalte an organischer Substanz aus Rückständen der marinen Flora und Fauna (Algen, Kieselalgen, Seegras, Muscheln, Schnecken usw.). Sandwatt ist ton- und schluffarm, häufig carbonathaltig und besitzt geringere Gehalte an organischer Substanz. Nach dem Salzgehalt des Überflutungs- und Bodenwassers werden Normwatt (marines Watt), Backwatt und Flusswatt als Bodensubtypen unterschieden.

Sobald Wattsediment abgelagert ist, setzen bodenbildende Prozesse ein. Wegen der überwiegenden Wassersättigung können sich noch keine Bodenstrukturen (Bodengefüge) entwickeln. Ausscheidungsstoffe von Kieselalgen und Bakterien führen bereits zu einner schwach ausgepräggten Verfestigung (Verklebung) der Mineralkörner, der Beginn einer Gefügebildung. Die eingemischte organische Substanz wird unter meist anaeroben Bedingungen mikrobiell abgebaut (Fr-Horizont). Dabei werden Sulfate des Meerwassers und Eisenoxide reduziert. Es entstehen Eisensulfide, die den Boden schwarz färben. Beim Abbauprozess der organischen Substanz entstehen auch Methan, Kohlendioxid, Ammoniak und Schwefelwasserstoff, der nach faulen Eiern duftet. Im Sand- und Mischwatt mit geringeren Gehalten an organischer Substanz laufen diese Bodenprozesse weniger intensiv ab.

Bedingt durch Sauerstoff haltiges Meerwasser, Sauerstoff produzierende Algen und phototrophe Bakterien entsteht an der Bodenoberfläche ein Oxidationssaum von wenigen Millimetern im Schlickwatt und einigen Zentimetern im Sandwatt (Fo-Horizont).

Flusswatt aus mittelsandigem Sediment (Sandwatt) mit mächtigem Fo-Horizont (Foto Alexander Gröngröft, Universität Hamburg)

Würmer, Krebse und Muscheln graben bis > 20 cm tiefe häufig U-förmige Röhren in den Wattboden, die bei Ebbe belüftet sind und durch Eisenoxide rostbraun gefärbt werden. Vor allem im Bereich der Schlickwatts wird fortwährend Material sedimentiert (aufgeschlickt).

Belüftete Grabgänge der im Wattboden lebenden Wurmarten (Foto Ernst Gehrt, Landesamt für Bergbau, Ernergie und Geologie Niedersachsen)

Sobald die Wattoberfläche nur noch 40 cm tiefer als die mittlere Tidehochwasserlinie ist, siedeln sich Queller und Schlickgras an. Die allmählich dichter werdenden Bestände wirken als Sedimentationsfalle. Der Boden wächst aus dem täglichen Überflutungsbereich hinaus und entwickelt sich durch bessere Belüftung allmählich zur Rohmarsch.

Quellerzone auf einem Normwatt aus Schlick (Foto: Ernst Gehrt, Landesamt für Bergbau, Ernergie und Geologie Niedersachsen)