Verwandtschaften

Böden sind hochbelebte Naturkkörper, die sich meist nicht scharf abgrenzen lassen, sondern kontinuierlich in andere Böden übergehen. Das erschwert die Abgrenzung unterschiedlicher Bodentypen und Bodenklassen.

Wattböden sind dafür ein gutes Beispiel. Sie werden definiert als semisubhydrische Böden zwischen der mittleren Tideniedrigwasserlinie und der mittleren Tidehochwasserlinie an den Meeresküsten. Sie werden also zweimal/Tag überflutet und fallen an ihrer Bodenoberfläche wieder trocken.

Damit sind sie an der Tideniedrigwasserlinie fast ganztätig überflutet und an der Tidehochwasserline jeden Tag zweimal ganz kurz. Zum ständig wasserbedeckten Meer hin gehen sie allmählich in subhydrische Böden über, die bisher wenig erforscht sind. An der Überflutungsgrenze gehen Wattböden allmählich in hydromorphe Böden über, die nicht täglich zweimal überflutet werden sondern nur noch bei höherem Hochwasser etwa 400 bis < 70 Mal/Jahr. Hier gehen Wattböden allmählich in Rohmarschen und in Strandböden über, wenn der Mensch dies nicht durch Eindeichung und Entwässerung verhindert. Auch diese Übergänge zwischen den semisubhydrischen Wattböden zu den hydromorphen aber stärker belüfteten Böden sind bisher wenig erforscht und gegliedert. Dieser Übergang wird an der Nordsee durch den allmählchen Wechsel von der Verlandungszone mit Aufrechtem Queller und Schlickgras zur Andelzone mit Andelgras, Strandaster, Strandflieder und weiteren Salz tolerierenden Pflanzenarten verdeutlicht.