Wattsedimente

Wattablagerungen entstehen an Meeresküsten im marinen bis brackischen Milieu. Marine Sedimente werden durch Meeresströmungen und Sturmfluten im rhythmisch überfluteten und trockenfallenden Küstenbereich und in den tidebeeinflussten Mündungsbereichen der Flüsse abgesetzt und  immer wieder erodiert und umgelagert. Dazu ist ein Tidenhub > 1,5 m erforderlich, im Bereich der Nordsee-Watten beträgt der Tidenhub durchschnittlich 2-3 m. Je nach Exposition gegen das Meer lassen sich:

  • offene Watten,
  • Rückseitenwatten (Festlandseite der Inseln und Halligen),
  • Buchten- und Ästuarwatten (Delta und Buchtbereich der ins Meer mündenden Flüsse)

unterscheiden. Die tieferen Lagen zum ständig bedeckten Meer hin sind meist grobkörniger, das feinste Material findet sich im höchst gelegenen Bereich an der mittleren Tidehochwasserlinie. Der Sandanteil stammt überwiegend aus Meeresbereichen, Schlick und Ton aus den Flüssen und dem Abrieb des Festlandsockels. Neben diesen mineralischen Sedimenten gibt es noch tierische Sedimente (Schalen von Kieselalgen oder Muscheln und Schnecken) sowie pflanzliche Sedimente (abgestorbene Pflanzenteile). Diese Reste von Lebewesen werden als „Detritus“ (lat. = das Zerriebene) bezeichnet.

An der Südküste der Nordsee zwischen Den Helder und Esbjerg wurden Watten in der Nacheiszeit als zehn bis zwanzig Meter mächtiger Sedimentkörper aus Sand und Schlick in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen abgelagert. Die Küstenlänge dieses Sedimentkörpers beträgt ca. 450 Kilometer. Im Mittel ist er zwischen sieben und zehn Kilometer breit; vereinzelt erreicht er eine maximale Breite von etwa zwanzig Kilometern.

Wattbreich entlang der Nordsee-Südküste zwischen Den Helder (NL) und Esbjeg (DK)

Je nach Korngröße wird zwischen Sandwatt, Mischwatt und Schlickwatt unterschieden

Sandwatt

Das gut begehbare Sandwatt besteht aus gröber körnigem Sand mit einer Korngröße > 0,1 Millimeter im Durchmesser. Der Wassergehalt beträgt 25 %, 1 % organische Substanz sind typisch. Es ist optisch deutlich an der charakteristischen Rippenstruktur erkennbar.

Rippelmarken im Sandwatt mit den Kothäufchen des Wattwurms und einem zartgrünen Algenbelag (Foto Ernst Gehrt, Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen)

Mischwatt

Mischwatt findet sich in geschützten Lagen in Festlandnähe, auf Wasserscheiden, zum Teil auch im Brandungsschutz großer Inseln. Die durchschnittliche Korngröße liegt bei 0,06 – 0,1 Millimeter. Der Wassergehalt ist im Vergleich zum Sandwatt höher. Der Anteil der Biomasse am Wattsediment ist deutlich höher als im Sandwatt. So wird das Mischwatt unter anderem vom bekannten Wattwurm besiedelt. Durch die vielen an der Wattoberfläche liegenden Kothaufen, ist er leicht auffindbar.

Schlickwatt

Das dunkle, fast schwarze Schlickwatt (< 0,06 mm) weist einen hohen Anteil an organischer Substanz auf (ca. 10 %) und verfügt über einen Wasseranteil von 50 bis 70 Prozent und ist sehr locker gelagert. Beim Begehen sinkt man leicht in die dunkle bis schwarze Masse ein.

Fußspuren im Schlickwatt – unter einer wenige Millimeter dicken aeroben braunen Schicht beginnt der schwarze anerobe Bereich (Foto Behörde für Umwelt und Energie Hamburg)

Übersicht Sand-, Misch- unnd Schlickwatt an der deutschen Nordseeküste (Behörde für Umwelt und Energie, Hamburg)