Gefährdung und Schutz

Die stoffliche Zusammensetzung des Nordseewassers und des einmündenden Flusswassers üben einen großen Einfluss auf das Ökosystem Watt und die Wattböden aus. Verschmutztes und überdüngtes Nordsee- und Flusswasser beeinträchtigt die Tier-, Pflanzen und Mikrobenwelt massiv. 800.000 t Stickstoff und 60.000 t Phosphor, 160.000 t Schwermetalle sowie  Pestizide gelangen jährlich aus Flüssen in die südliche Nordsee (Klaus Kock: Das Watt, 1991). Öl und Öl verwandte Verbindungen gelangen aus Tankerunglücken, aus Flüssen, von Schiffen (Reinigung, Entsorgung) und  Ölförderanlagen in die Wattböden.

Der hohe Nährstoffgehalt des Flusswassers, vor allem aus den Kläranlagen führt zu einer Hypertrophierung. Diese verursacht übermäßiges Algenwachstum im Frühsommer (Algenblüten), (Plankton). Phosphor als Mangelnährstoff wirkt im Sommer und Herbst begrenzend. Durch das verstärkte Pflanzenwachstum steigt der Gehalt an organischer Substanz in den Wattböden. Die Primärproduktion der Algen führt beim Abbau der Pflanzenreste zu Sauerstoffmangel. Die Sauerstoff haltige Schicht verschwindet stellenweise.

Intensive Krabbenfischerei findet in den an die eigentlichen Wattböden angrenzenden, tieferen Bereichen des Sublitorals statt, die ständig von Meerwasser bedeckt sind. Durch die hohe Konnektivität der Ökosysteme im Wattenmeer beeinflusst sie indirekt auch die Lebensgemeinschaften der Wattböden. Zurzeit wird im Forschungsprojekt ‚CRANIMPACT‘ untersucht, wie sich die Garnelenfischerei mit Baumkurren in unterschiedlichen Habitattypen der küstennahen südliche Nordsee auswirkt (Lanice-Felder, Sandrippelfelder). Dabei wird die Artenzusammensetzung und die Lebensformtypen von unbefischten mit häufiger befischten Flächen verglichen.

Auch der örtlich intensive Fremdenverkehr stellt eine Belastung der sensiblen Ökosysteme dar. Durch die Bebauung der Dünen, den Bau von Sportboothäfen, die Anlage von Badestellen in Salzwiesen, die Einrichtung von Wasserversorgungsanlagen, den Verkehr der Sportboote und die Ausflugfahrten sowie den Müll am Spülsaum wird das Watt zusätzlich gefährdet. Eindeichungen entsprechen einer unwiederbringlichen Wattzerstörung, denn ohne Gezeitenströmung gibt es keine Wattdynamik Dies trifft vor allem die wertvollen Schlickwatten,

Wattenschutz

Zwischen Den Helder (Niederlande) und Esbjerg (Dänemark) ist das Wattenmeer mit den Inseln, Halligen und Sandbänken sowie den Watten und einem breiten meerseitigen Bereich zum UNESCO Weltnaturerbe ernannt worden. Damit haben die beteiligten Staaten Niederlande, Deutschland und Dänemark weitgehende Verpflichtungen zum Schutz, zur Entwicklung und zur Naturbildung für diesen Bereich übernommen. Ganz wesentliche Schritte zum Schutz der Watten sind die Einrichtung von Naturschutzgebieten und die Watten-Nationalparke. Dennoch muss darauf geachtet werden, dass die kommerziellen Interessen und Ausnahmeregelungen für die touristische und fischereirechtliche Nutzung des Wattgebietes nicht die Überhand gewinnen. Ein wichtiges Instrument ist in diesem Zusammenhang eine ausgewogene Besucherlenkung sowie der künftige Verzicht auf Eindeichung und Landgewinnung.

Weltnuturerbe Wattenmeer (Abbildung: Schutzstation Wattenmeer e.V.)