Eigenschaften

Mineralzusammensetzung, Korngrößenverteilung sowie die daraus resultierenden chemischen und physikalischen Eigenschaften machen Löss zu einem vorzüglichen Substrat für den Pflanzenbau.

Korngrößenverteilung

Löss wird windsortiert abgelagert und besitzt deshalb eine einheitliche sowie relativ homogene Korngrößenverteilung, die vorwiegend aus Grobschluff besteht. Grobschluff und sehr feiner Sand bleiben in den Fingerrillen haften, sie fühlen sich etwa an wie Mehl.

Löss mit der Hauptkomponente Schluff haftet bei der Fingeprobe zur Bodenartenschätzung in den Fingerillen.- © Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen

Löss ist das Gesteinszerreibsel eines Auswehungsgebietes und besteht zu 70 bis 80 Prozent aus Schluff und zu 5 bis 20 Prozent aus Ton. Häufig enthält er darüber hinaus noch 2 bis 10 Prozent Feinsand. Die Einzelpartikel im Löss haben eine vorherrschend eckig-kantige Form. Daher rührt seine hohe Standfestigkeit, welche die Bildung von Lösswänden an Flussufern und in Hohlwegen sowie die Entstehung von Ackerterrassen begünstigt.

Dünnschliff einer Lössprobe – Löss besteht überwiegend aus kantigen Gesteinsbruchstücken, die Wände der schwarz erscheinenden Poren sind mit gelbbraun wirkenden Tapeten aus feinsten Tonpartikeln ausgekleidet.- © Peter Kühn, Universität Tübingen

Hohlweg in einer mächtigen Lössablagerung bei Endingen, Kaiserstuhl.- © Silke Vosbein, Stadtverwaltung Endingen

Mineralzusammensetzung

Zu ca. 50 bis 80 Prozent besteht Löss aus feinsten Quarzkörnchen. Häufig enthält er 8 bis 20 Prozent feinverteilte Kalkbruchstücke, die auch kleine Reste von Schalentieren enthalten können. Löss im süddeutschen Raum ist meist kalkhaltiger als derjenige am Nordrand der nördlichen Mittelgebirge von Aachen bis in die Lausitz.

Löss verwittert rasch und bildet dann Tonminerale und Oxide. Beimengungen von Eisenhydroxiden färben ihn gelblich bis gelblich-braun. Andere lössbürtige Minerale, wie Feldspäte und Glimmer, kommen in der Regel in geringen Mengen vor und hängen wesentlich vom Herkunftsgebiet der Lössauswehung ab.

Konkretionen von Kalk im Löss entstehen durch Lösung der fein verteilten kalkigen Bruchstücke. Der gelöste Kalk wird als Lösskindl wieder ausgefällt.

Lösskindl aus dem Rohlöss unter einer Parabraunerde der Hellweg-Börde östlich von Dortmund.-© M. Dworschak, Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen

Lössderivate

Häufig werden Löss und Lösslehm in Ackergebieten durch Erosion umgelagert und bilden an Hangfüßen und Tallagen mächtige, meist locker gelagerte Kolluvien. Bei Umlagerung von Löss durch Wasser kann das Substrat eine Schichtung erhalten und wird dann Schwemmlöss genannt.

Vor allem im Bergland wurden Lösse in der ausklingenden letzten Kaltzeit zudem in der Auftauzone in Fließerden eingearbeitet. Bei Rekultivierungsmaßnahmen nach der Braunkohlengewinnung wird Rohlöss getrennt abgegraben, zwischengelagert und dann für die landwirtschaftliche Nutzung in einer Mächtigkeit von mindestens 2 Metern wieder angedeckt. Auch in den Umlagerungsbildungen des Lösses bleiben viele seiner Eigenschaften erhalten. Die Umlagerungssubstrate sind allerdings meist etwas dichter gelagert.

Gewinnen des Lössbodenmaterials für die landwirtschaftliche Rekultivierung mit dem Schaufelradbagger im Rheinischen Braunkohlenrevier, Tagebau Garzweiler I.- © RWE Power, Essen

Porengrößenverteilung

Löss ist gewöhnlich weder geschichtet noch verfestigt aber sehr porös. Seine poröse Struktur wird durch ehemalige Graswurzeln und steppenartige Vegetationsdecken (Grashalme) erklärt, in die der Löss abgelagert wurde, oder die sich im abgelagerten Löss gebildet hatten. Löss und auch entkalkter und verwitterter Löss (Lösslehm) besitzen folgende Bodenarten: schwach toniger Schluff (Ut2) bis stark toniger Schluff (Ut4), schluffiger bis stark schluffiger Ton (Tu3 – Tu4) und schluffiger Lehm (Lu). Sie weisen darüber hinaus eine für den Pflanzenbau sehr günstige Porengrößenverteilung auf. Bis 1 m Bodentiefe können Löss und Lösslehm 350 bis 380 Liter Wasser speichern, davon sind 150 bis 260 Liter von Pflanzen nutzbar. Diese nutzbare Wasserspeicherkapazität (Feldkapazität) sichert für die Pflanzen auch in Trockenzeiten einen ausreichenden Wasservorrat vor allem im ozeanisch geprägten Klimaraum Westeuropas.

Löss und entkalkter/verwitterter Löss (Lösslehm) bestehen aus den Bodenarten schwach toniger bis stark toniger Schluff; schluffiger und stark schluffiger Ton und schluffiger Lehm (Ut2-Ut4, Tu3, Tu4, Lu). Sie können bis 1 m Bodentiefe 180 bis 260 Liter Wasser pro Quadratmeter für die Pflanzen nutzbar speichern.- © Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen