Nutzung

Löss ist das Ausgangssubstrat für die ackerbaulich günstigsten Böden weltweit. Lössböden sind sehr fruchtbar und in Mitteleuropa seit der Steinzeit besiedelt. Hier fanden vermutlich die ersten großflächigen Waldrodungen statt und Kultursteppen für eine ackerbauliche Nutzung sowie Weideland entstanden. Der Porenreichtum des Lösses, seine ausreichende Durchlüftung sowie seine guten Eigenschaften als Wasser- und Nährstoffspeicher erleichtern die Lössverwitterung und Bodenbildung.

Auf Löss entwickeln sich tiefgründige, leicht zu bearbeitende und enorm leistungsfähige Pararendzinen, Braunerden, Parabraunerden und Schwarzerden. Diese Böden sind für die Agrarwirtschaft besonders wichtig: Auf Lössböden wächst weltweit schätzungsweise etwa 80 Prozent des Getreides. In Deutschland werden sie auch zum Anbau von Zuckerrüben und Mais genutzt. Im Rheingau, in Rheinhessen, in der Pfalz und im Kaiserstuhl werden Lössböden zudem als Weinbergsböden verwendet. Darüber hinaus sind sie ertragsstarke Standorte für Wälder wie Flattergras-Buchenwälder auf Parabraunerden und Stieleichen-Hainbuchenwälder auf Pseudogleyen (Stauwasserböden).

Zuckerrübenernte westlich von Hannover.- © Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Zuckerrübenanbau auf einer Parabraunerde aus Löss, Niederrheinische Bucht.- © A. Dickhof, Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen

Lösspanorama im Kaiserstuhl – neue Weinberge wurden in Terrassenform in den mächtigen Lössdecken angelegt.- © Silke Vosbein, Stadtverwaltung Endingen

Stieleichen-Hainbuchenwald auf Pseudogley aus Löss über Rhein-Haupterrassenablagerungen mit Buche, Stieleiche, Hainbuche und Winterlinde im Kottenforst bei Bonn.- © M. Dworschak, Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen