Kolluvisol aus Löss

Kolluvisole entstehen in Mitteleuropa vor allem als Folge ackerbaulicher Nutzung in Berg- und Hügellandschaften. Bodenmaterial wird durch Regenwasser bei Starkregenereignissen rinnenförmig oder flächenhaft an Hängen erodiert und am Hangfuß oder im Tal akkumuliert. Dabei entstehen überwiegend humose bis kräftig braune, locker gelagerte Akkumulationsböden, die Kolluvisole.

In hügeligen Lösslandschaften sind Kolluvisole aus umgelagertem Löss und Lösslehm typisch. Sie stellen zudem einen Beleg für die Erosionsanfälligkeit von Lössböden bei Ackernutzung dar. Häufig sind diese Böden über 1 Meter mächtig, besitzen einen günstigen Nährstoff- und Wasserhaushalt und können meist über 200 Liter Wasser pro Quadratmeter für Pflanzen nutzbar speichern.

Kolluvisol aus umgelagertem Lösslehm mit zahlreichen Regenwurmgängen – Bergisches Land, Nordrhein-Westfalen.- © Gerhard Milbert, Kuratorium Boden des Jahres

Verzahnung von Kolluvisolen am Hangfuß (rotbraun) und Braunen Auenböden im Talgrund (blaugrün), Tal der Nethe, Ostwestfahlen.- © Albrecht Deppe, Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen