Pararendzina aus Löss

Pararendzinen stehen am Anfang der Bodenentwicklung aus Löss. In dieser kalkhaltigern und locker gelagerten Windablagerung entwickeln sie sich rasch, d. h. innerhalb weniger Jahrzehnte. Löss wird durch Pflanzen und Tiere besiedelt. Deren abgestorbene Biomasse wird zu Humus umgebaut (humifiziert) und zu Nährstoffen abgebaut (mineralisiert). So entsteht nach und nach ein humushaltiger, dunkelgrau gefärbter Oberboden über dem hellgelben Löss. Die zeitgleich beginnenden Prozesse der Entkalkung, Verbraunung und Verlehmung sind im Boden zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht als eigene Bereiche (Horizonte) erkennbar.

Wird der obere Bereich der Lössdecke durch Erosion abgetragen, beginnt der Prozess der Humusbildung immer wieder von neuem.

In Ackerlandschaften entstehen Pararendzinen häufig nach Abtrag der Parabraunerden und Schwarzerden an stark erodierten Kuppen, Hangschultern und steileren Hanglagen. In einem reliefabhängigen Mosaik finden sich Pararendzinen dann vergesellschaftet mit Parabraunerden, gekappten Parabraunerden, deren Tonanreicherungshorizont noch vorhanden ist, und Kolluvisolen am Hangfuß sowie in der Senke.

In der Bodenschätzung werden Pararendzinen aus Löss als ‚sL 3 Lö‘ dargestellt, häufig besitzen sie über 60 Bodenpunkte. Trotz hoher Speicherfähigkeit für pflanzenverfügbares Wasser ist ihre Ertragsfähigkeit geringer als die benachbarter Parabraunerden aus Löss.

Pararendzina aus Löss, Niederrheinische Bucht, © A. Dickhof, Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen

Böden aus Löss in der Jülicher Börde, Rheinland. An den steileren Talhängen sind die erosionsgefährdeten Pararendzinen aus karbonthaltigem Löss anhand des lichteren Bewuchses deutlich zu erkennen. Im Vordergrund ein Bachtal mit Kolluvisolen. © F.Richter, Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen

In den Braunkohlenrevieren Mittel- und Westdeutschlands werden Lösse bei der Anlage von Tagebauen getrennt abgegraben und zwischengelagert. Bei der abschließenden Rekultivierung wird das Lössmaterial als oberste, ca. 2 Meter mächtige Schicht wieder angedeckt. Auch hier entwickeln sich rasch Pararendzinen aus Kipp-Löss. Bei schonender Bodennutzung und -bearbeitung in den ersten 10 Jahren entwickeln sich ertragreiche Ackerstandorte.

Pararendzina aus aufgespültem Löss über aufgeschüttetem Abraum aus tertiärem Sand.- © A. Dickhof  Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen