Schwarzerde aus Löss

Schwarzerden entstehen aus kalkhaltigen Lockergesteinen, bevorzugt aus Löss in Regionen mit heißen und trockenen Sommern sowie kalten Wintern (subkontinentales bis kontinentales Klima), zumeist in den Leelagen der Mittelgebirge unter Steppenvegetation. Die anfallende Streumasse aus Gräsern und Kräutern kann wegen der Trockenheit im Sommer und der Kälte im Winter nicht vollständig abgebaut werden. Humusreiche Böden mit einem 40 bis über 100 Zentimeter mächtigen humosen Oberboden entwickeln sich im Laufe der Zeit. Bodenwühlende Tiere wie Hamster, Ziesel und Regenwürmer sorgen für eine ständige Durchmischung des Bodens.

Schwarzerden können viel Wasser und Nährstoffe speichern und sind deshalb seit Jahrtausenden besonders ertragreiche Ackerstandorte. Größere Flächen mit Schwarzerden sind in den Börden um Hildesheim, Magdeburg, der Querfurter Platte, rund um Halle und Köthen sowie im Thüringer Becken zu finden. In der Bodenschätzung werden Schwarzerden aus Löss als ‚L 1 Lö‘ dargestellt, häufig besitzen sie über 90 Bodenpunkte.

Boden des Jahres 2005 –
Schwarzerde aus Löss, Bad Lauchstädt.- © Helmholtzinstitut für Umweltforschung Leipzig

Tschernosem-Parabraunerde aus Löss, degradiert, Soester Börde.-© F. Erkwoh, Geologischer Dienst NRW