Archiv der Kulturgeschichte

Archiv der Kulturgeschichte

Die Spuren menschlicher Nutzung hinterlassen eine beeindruckende Vielfalt an Kulturarchiven im Boden. Unterschiedliche Wirtschaftsweisen, Siedlungsformen, Transportwege, Handwerkstechniken oder militärische Anlagen haben jeweils ihre eigenen Bodenmerkmale erzeugt. Viele dieser Relikte sind an der Oberfläche kaum noch sichtbar – im Boden jedoch haben sie sich oft erstaunlich gut erhalten.

Diese Archive erzählen von Alltagsleben, Landwirtschaft, Waldnutzung, Handel, Konflikten und gesellschaftlichen Veränderungen quer durch die Jahrtausende. Sie helfen der Archäologie, historischen Geographie und Bodenkunde gleichermaßen, frühere Lebenswelten zu rekonstruieren. Jeder dieser Böden trägt ein eigenes Kapitel der Kulturgeschichte – manchmal großflächig erkennbar, manchmal nur in feinen Schichten oder Verfärbungen.

Die Bandbreite solcher Kulturarchive ist groß. In den folgenden Unterkapiteln finden Sie Beispiele für Böden, die durch menschliche Einflüsse entstanden sind oder besondere Hinweise auf frühere Nutzungen und Kulturlandschaften geben:

  • Meilerböden
  • Plaggenesche
  • Hortisole
  • Wölbäcker und Rabatten
  • Spargelböden
  • Marschböden
  • Tiefumbruchböden
  • Deck- und Mischkulturböden
  • Stadtböden, Burgböden und Kriegsböden
  • Kolluvisole und Auenböden
  • Ackerterrassen und Hohlwege
  • Böden in Wallgräben, Wällen, Steinschüttungen und Verteidigungsanlagen
  • Bodendenkmäler, frühgeschichtliche Siedlungsgebiete und Wüstungen
  • Böden historischer Bergbaugebiete
  • historische Weinbergslagen

Diese Auswahl zeigt, wie vielfältig die kulturellen Geschichten sind, die im Boden gespeichert werden – und wie wichtig es ist, diese Archive zu erkennen, zu erforschen und als Teil unseres kulturellen Erbes zu bewahren.