Wattboden

Wanderer zwischen Bodenwelten
Boden des Jahres 2020

Zwischen den beiden Wasserlinien des mittlerenTidehochwassers (Flut) und des mittleren Tideniedrigwassers (Ebbe) sind an der Südküste der Nordsee Wattböden verbreitet. Auch im Gezeitenrückstaubereich der Flüsse, die in die südliche Nordsee münden, kommen Wattböden als täglich überflutete Ufer vor. Sie gehören in die Bodenklasse der semisubhydrischen Böden.

Foto: Alexander Gröngröft, Universität Hamburg

Aus den abgelagerten jungen Sedimenten entwickeln sich vor allem durch mirkobielle Vorgänge und die Aktivität grabender Tiere Bodenhorizone in Abhängigkeit vom Sauerstoffgehalt in der jeweiligen Bodenzone. Typisch sind hohe Gehalte an Wasser mit mehrmaliger Wassersättigung am Tag und eine sehr lockere Lagerung. Ein saumartiger bis einige Zentimeter mächtiger Bereich an der Bodenoberfläche ist zeitweilig belüftet und meist gelbbraun bis rostfarben gefärbt. Darunter folgt eine graue bis schwarze unbelüftete Bodenzone, die häufig nach Schwefelwasserstoff riecht. Im Bereich der langsam ansteigenden Watten, nimmt die Korngröße des Bodenmaterials von der mittleren Tideniedrigwasserlinie zur mittleren Tidehochwasserlinie von Sand zu Schluff und Ton kontinuierlich ab. Das Sediment wird in Sandwatt, Mischwatt und Schlickwatt untergliedert. Vor allem das Schlickwatt besitzt neben mineralischen Komponenten (Feinsand, Schluff und Ton) organische Komponenten aus Plankton sowie Pflanzen- und Tierresten (Detritus).

Flusswatt aus Sand, belüfteter Bereich ca. 3 mm mächtig (Foto Behörde für Umwelt unnd Energie, Hamburg)

Fußspur im Normwatt aus Schlick (Foto Behörde für Umwelt und Energie, Hamburg)

Vorkommen Weltweit kommen Wattböden im Gezeitenbereich der Meere und Flussmündungen vor.
Wattsedimente Mischung aus Meer, Fluss und organischen Resten
Beschreibung abwechslungsreich und bunt gefärbt
Eigenschaften extreme Verhältnisse unmittelbar nebeneinander
Lebensraum Wattboden Lebensraum für Spezialisten
Gefährdung und Schutz sensibel und leicht zerstörbar
Bildergalerie Vielfalt im Watt