„DA STECKT GESCHICHTE DRIN!“
Am Weltbodentag, dem 5. Dezember 2025, wurde in der Landesvertretung Hessen in Berlin der Boden des Jahres 2026 im Rahmen einer Festveranstaltung gekürt – der Archivboden.
Die Schirmherrschaft hat Herr Ingmar Jung übernommen, Hessischer Staatsminister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU).
„Böden sind Archive – voller spannender Spuren vergangener Zeiten.
Sie bewahren Zeugnisse der Natur- und Kulturgeschichte direkt unter unseren Füßen.“
Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) hat alle Beiträge zur Festveranstaltung auf Youtube veröffentlicht. Im Folgenden können Sie die Beiträge in chronologischer Reihenfolge ansehen.

Weltbodentag 2025 in der Landesvertretung Hessen
Ca. 250 Personen nahmen an der Veranstaltung teil, davon ca. 160 in Präsenz.
© Daniel Schwindt, Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft

Moderation Olaf Streubing, Referat Presse und Öffentlichkeit HMLU
© Daniel Schwindt, Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft
Dr. Gerhard Milbert: Grußwort
„... Eigentlich müssten wir unsere Böden und auch einen Teil der Sedimente als Welterbe anerkennen lassen. Sie sind Gedächtnis und Festplatte der Einwirkungen der Natur und der Menschen als Teil der Natur auf die Umwelt…“

Gerhard Milbert, Kuratorium Boden des Jahres / © Daniel Schwindt, Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft
Staatsminister Ingmar Jung:
Grußwort
„…Welche Bedeutung der Boden für die Gesellschaft, die gesamte Menschheit, für die Landwirtschaft, für den Wald, für die Kohlenstoffspeicherung hat, das ist vielen Leuten nicht bewusst. Deswegen müssen wir mehr Bodenbewusstsein schaffen…“

Staatsminister Ingmar Jung, Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat © Daniel Schwindt, Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft
Prof. Dr. Thomas Schmid:
Laudatio – Der Archivboden
„…Es gibt nicht nur einen Archivboden; es sind viele Böden, die Geschichten erzählen. Auch einem Boden-Neugierigen kann man diesen Boden vermitteln. Überall in Deutschland gibt es Archivböden. Der Archivboden als 22. Boden des Jahres ist eine glückliche Wahl. Archivböden erfüllen im Sinne des Bodenschutzgesetzes eine Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte. Damit wird erstmals eine Bodenfunktion als Boden des Jahres vorgestellt. …“

Prof. Dr. Thomas Schmid, Präsident Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie
© Daniel Schwindt, Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft
Prof. i.R. Dr. Heinrich Thiemeyer:
Archive der Naturgeschichte
„…In Niedermooren ist die Archivfunktion in hervorragender Weise verwirklicht, weil wir im sukzessiven Moorwachstum unterschiedliche Pollen darin finden. Mit Hilfe der Pollenanalyse finden wir ganz fein aufgelöste Schichtungen, die uns über Klima, Vegetationsentwicklung und über Landnutzung detaillierte Geschichten erzählen...“

Prof. i.R. Dr. Heinrich Thiemeyer, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Institut für Physische Geographie / © Daniel Schwindt, Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft
Fabian Achten,
Film: Da steckt Geschichte drin – Bodengeschichten auf der Spur
„…Wir wollen Sie mit auf die Reise zur Entstehungsgeschichte der beiden Lackprofile – dem Kohlenmeilerboden und der Roterde – mitnehmen. Da steckt viel Arbeit dahinter und das wollen wir mit diesem Kurzfilm dokumentieren...“

Fabian Achten, Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie / © Daniel Schwindt, Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft
Prof. Dr. Udo Recker:
Archive der Kulturgeschichte
„…Der Archivboden ist großflächig in Gefahr und damit ist das Bodenarchiv großflächig in Gefahr. Und das Bodenarchiv ist genau das, dass uns mitunter Lichtblicke oder auch mitunter traurige Aspekte menschlicher Geschichte in den letzten Jahrtausenden zeigt. Wir haben einen weitgehend ungebremsten Flächenverbrauch. Der macht nicht nur den Archivboden kaputt, der macht auch das Bodenarchiv kaputt. …“

Prof. Dr. Udo Recker, Hessischer Landesarchäologe / © Daniel Schwindt, Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft
Dr. Jutta Weber:
UNESCO Global Geopark Bergstraße-Odenwald:
Wie wir für Boden Bewusstsein schaffen und Wertschätzung erzeugen
„…Wenn wir den Boden vermitteln, dann informieren wir, wir erforschen, wir entdecken, wir erleben. Wir machen mit, ganz ganz wichtig und wir begreifen was wir tun. Damit gestalten wir auch und wir lassen teilhaben. Das ist auch ganz wichtig. Jeder hat Zugang zu diesem Wissen. Und damit schaffen wir Bodenbewusstsein und damit ermöglichen wir Bodenwertschätzung und Bodenschutz…“

Dr. Jutta Weber, Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald (UNESCO Global Geopark)
© Daniel Schwindt, Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft
Daniela Sauer, Sonja Medwedski und Gerhard Milbert:
Übergabe der Sprecherfunktion im Kuratorium und Schlussworte
Sonja Medwedski: „…Der Archivboden als Boden des Jahres 2026 ist natürlich ein Speicher für Geschichte, für das, was gewesen ist. Aber natürlich auch so ein bisschen der Blick in die Zukunft und damit die Frage, was wir eigentlich für Spuren hinterlassen wollen? Diese Verknüpfung von dem, was war, von dem, was sein wird. Da haben wir, glaube ich, ganz viele wichtige kleine Stellschrauben, um da dann auch gute Spuren zu hinterlassen...“

Gerhard Milbert wird von Daniela Sauer, Präsidentin der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, verabschiedet und übergibt den Staffelstab an Sonja Medwedski
© Daniel Schwindt, Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft

Sonja Medwedski, neue Sprecherin des Kuratoriums Boden des Jahres, spricht das Schlusswort.
© Daniel Schwindt, Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft
Zwei Archivböden als Botschafter der Kultur- und der Naturgeschichte: Links ein Kohlenmeilerboden aus dem Taunus als Beispiel der Kulturgeschichte und rechts eine Roterde aus der Vogelsberg-Region, entstanden im tropischen Klima der Tertiärzeit als Beispiel der Naturgeschichte. © Daniel Schwindt, Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft

