Bildergalerie Böden als Archive der Naturgeschichte

Salzböden
In unserem Klimabereich kommen Salzböden  im küstennahen Einwirkungsbereich der Meere vor. Im Binnenland entwickeln sich Salzböden, wenn Salzwasser aus Meeren früherer Erdzeitalter an die Bodenoberfläche gedrückt wird oder wenn oberflächennah Salzvorkommen anstehen. Als Salzböden werden vor allem Böden aufgefasst, die im Bodenwasser und auch auf den Speicherplätzen für Anionen und Kationen Steinsalz (NaCa) enthalten. Da Steinsalz leicht löslich ist, reagieren Salzböden sehr sensibel auf Umweltänderungen, zum Beispiel durch Grundwasserabsenkungen.

Wattböden entstehen im Gezeitenbereich der Meeresküsten und meeresnaher Flussbereiche mit zweimaliger Überflutung pro Tag.  Sauerstoffarme Bodenverhältnisse mit grauen bis schwarzen Bodenfarben werden von belüfteten Bodenverhältnissen mit Rostfarben überlagert. Wattböden sind hoch belebt. Lebensgemeinschaften von Mikroorganismen Algen sorgen für den Abbaubau organischer Stoffe im Meerwasser und im Wattboden. Die Grabgänge von Wattwürmern und Muscheln sind belüftet und besitzen ebenfalls Rostfarben.Wattböden sind hoch belebt. Lebensgemeinschaften von Mikroorganismen können als dünne Biofilme mit unterschiedlichen Mikroorganismengruppen an der Bodenoberfläche direkt übereinander liegen. Unter einer dünnen gelblichen Sanddecke folgt der grüne Film der Cyanobakterien, die Kohlenstoff und Stickstoff aus der Athmosphäre binden.  Darunter folgt der rote Film der Schwefelpurpurbakterien. Zuletzt ein schwarzer, häufig auch mächtigerer Bereich mit Sulfat reduzierenden Bakterien.

Flusswatt an der Elbe. Belüftete Bereiche durch grabende Tiere sind rostrot gefärbt. Bereiche mit Sauerstoffarmut und organischer Substanz sind schwarz gefärbt. Foto: A. Gröngröft, Uni Hamburg

An der Bodenoberfläche kommen hier grüne, rötliche und schwarze Farben durch dünne Mikrobenmatten mit unterschiedlichen Mikroorganismen vor. Foto: E. Gehrt, Landesamt für Energie, Bergbau und Geologie Niedersachsen.

Auch im Binnenland, z.B. in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen kommen kleinflächig Salzböden vor. Hier erzählen sie von vergangenen Erdzeitaltern, z.B. von den Salzstöcken der Zechsteinzeit (250 Mill. Jahre) oder von Meeren der Kreizeit (120 – 65 Mill. Jahre), deren fossiles Meerwasser heute in salzhaltigen Quellen im Münsterland und in Ostwestfalen zutage tritt und als Heilwasser in Kurorten genutzt wird.

Quelle mit salzhaltigem Meerwasser der Kreidezeit in Salzkotten, Ostwestfalen. Foto: G. Müller, Heimtakundliche Schriftenreihe des Kreises Paderborn 31/2000