Schwarzerde

Schwarzerden entstehen aus kalkhaltigen Lockergesteinen in Regionen mit heißen trockenen Sommern und kalten Wintern (kontinentales Klima), bevorzugt in den Leelagen der Mittelgebirge. Die anfallende Streumasse aus Gräsern und Kräutern kann wegen der Trockenheit im Sommer und der Kälte im Winter nicht vollständig abgebaut werden. Humusreiche Böden  mit einem 40 bis > 100 cm mächtigen humosen Oberboden entwickeln sich im Laufe der Zeit. Bodenwühlende Tiere wie Hamster, Ziesel und Regenwürmer sorgen für eine ständige Durchmischung des Bodens.

Schwarzerden können viel Wasser und viele Nährstoffe speichern und sind deshalb seit Jahrtausenden besonders ertragreiche Ackerstandorte. Größere Flächen mit Schwarzerden sind  in den Börden um Hildesheim, Magdeburg, der Querfurter Platte, rund um Halle und Köthen sowie im Thüringer Becken zu finden.

Schwarzerde aus Löss im Raum Magdeburg, Boden des Jahres 2005 – © UFZ – Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle

Schwarzerde sind in der Regel in Gebieten verbreitet, die seit Jahrtausenden ackerbaulich genutzt werden. Bereits seit dem Einwandern von Ackerbauern und Viehzüchtern vor über 5.000 Jahren in West- und Mitteleuropa nutzen Menschen diese besonders ertragreichen Standorte für den Ackerbau. Bei behutsamer Bodennutzung bleibt die Humosität und Fruchtbarkeit dieser Böden auch nach Klimaänderungen erhalten, auch wenn die Entstehungsbedingungen nicht mehr gegeben sind. Meist haben sich Schwarzerden vor allem im ozeanisch geprägten Klima Westdeutschlands durch Tonverlagerung zu Schwarzerde-Parabraunerrden entwickelt.

Schwarzerden erzählen von ehemals kontinental geprägtem sommertrockenem Klima und uralter ackerbaulicher Bodennutzung.