Paläoboden sind Böden, die unter anderen Bodenbildungsbedingungen, vor allem Klimabedingungen, entstanden sind sind. Sie sie können Archive der Natur- und auch (seltener) der Kulturgeschichte sein. Viele Sedimente enthalten Bodenbildungen, die in den Sedimentfarben, in den Tonmineralbildungen sowie in biogenen Spuren wie Pollen, Humus, Tier- und Pflanzenresten dokumentiert sind. Häufig sind Paläoböden nur in Resten erhalten, fast immer sind sie durch jüngere Sedimente und jüngere Bodenbildungen überdeckt. Sie können uns viel über vergangene Erdzeitalter erzählen.
Naturfarbene Sand berichten von tropischem Klima
So sind zum Beispiele naturfarbene Sande aus Nordrhein-Westfalen wunderbare Archive der Klimageschichte. Diese sind in tropischen und subtropischen Klimaphasen der Kreidezeit (140 – 65 Mio. Jahre vor heute) und der Tertiärzeit (65 – 2,6 Mio. Jahre vor heute) als Böden entstanden. Die Farbe ist durch Eisenoxide bedingt, die kleine Quarzitkörnchen und Glimmerpartikel umhüllen. Während gelbliche bis braune Farben auf ein gemäßigt kühl-feuchtes Klima hinweisen, sind orange bis tiefrote Farben ein Zeugnis tropischer Klimaverhältnisse.
Tropische Verwitterungen und Bodenbildungen sind intensiv und tiefreichend
In Deutschland kommen in Gebieten mit Kalksteinen unterschiedlicher Erdzeitalter Reste ehemals verbreiteter und deutlich mächtigerer Terrae calcis (Bodenbildungen aus dem Lösungsrückstand von Kalkstein) vor. Sie sind Zeugnisse ehemals tropischer bis subtropischer Verwitterungsbedingungen. Durch Kalklösung entstehen nur wenige Dezimeter Boden innerhalb von 10.000 Jahren aus dem Lösungsrückstand.

