Eisen wird häufig in Böden gelöst (abgereichert), durch Wasser in der Landschaft verlagert und in anderen Böden wieder ausgefällt (angereichert). Böden mit Eisenanreicherungen erhalten die zusätzliche Benennung ‚eisenreich‘. Böden die besonders stark mit Eisen angereichert sind, werden auf den Niveaus des Bodentyps oder des Bodensubtyps benannt. Beispiele sind der Ockerrheosol (neue Bodentyp, bisher: Ockererde) oder der Brauneisengley. Vor allem stark saure und gleichzeitig wasserreiche Böden neigen zur Eisenverlagerung, Eisenoxid wird im wassergesättigten Milieu reduziert und damit löslich und kann in der Landschaft umgelagert werden.
Raseneisenstein wurde am Niederrehein und im Münsterland bereits von den Kelten abgebaut und in Rennöfen verhüttet.
Böden, die Eisen verlieren, werden immer heller und können fast weiß erscheinen. Böden, die Eisen gewinnen sind häufig tiefbraun, ockerfarben oder leuchtend orange bis rot.
Stauwassserboden aus Verwitterungslehm des Erdaltertums in Hanglage mit einer Auflage aus vererdetem (entwässertem) Torf. Zwischen 20 und 60 cm Bodentiefe ist Eisen gelöst und hangabwärts verlagert worden. Dieser Bodenbereich wurde dadurch ’nassgebleicht‘. Vennvorland bei Raffelsbrand, Nordwesteifel. Foto: G. Milbert, Kuratorium Boden des Jahres.
In Böden mit erhöhem Kohlendioxid-Gehalt, z.B. durch Vulkanismus, entsteht Kohlensäure, die Eisenverbindungen in Böden lösen kann. Das Eisen wandert hangabwärts und kann in Senken wieder abgelagert werden. Eisenanreicherung in einem Grundwasserboden bei Daun in der Vulkaneifel. Foto: G. Milbert, Kuratorium Boden des Jahres
Die Eisenverlagerungen sind Naturgeschichte, ihr Abbau Kulturgeschichte.



